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Weil jedes Menschen Erfahrung löcherig ist

Unter dem Titel Weil jedes Menschen Erfahrung löcherig ist. Uwe Johnson und Walter Kempowski im Dialog findet vom 11. bis 13. Mai im Bürgerschaftssaal des Rostocker Rathauses eine international besetzte wissenschaftliche Tagung statt. Sie wird von der Uwe Johnson-Gesellschaft, der Kempowski-Gesellschaft Gießen und dem Kempowski-Archiv in Rostock gemeinsam ausgerichtet.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl an interessierte Laien, Schüler und Studenten als auch an das Fachpublikum. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am 12. Mai wird im Rahmen der Tagung auch die zweite Mitgliederversammlung der Uwe Johnson-Gesellschaft stattfinden.
Mit der Tagung werden Uwe Johnson und Walter Kempowski, die beiden bedeutendsten "Rostocker" Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, kontrastierend gegenüber gestellt. Dabei sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Poetologie und Selbstverständnis beider Autoren sichtbar gemacht werden. Neben dem dokumentarischen Aspekt in der Arbeits- und Herangehensweise werden auch thematische Parallelen der Werke angesprochen: das Verhältnis von Landschaft und Welt, Familie und Erzählen sowie Heimat und Erinnerung. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es dazu mehr zu sagen gibt, als in einer ersten Tagung zu fassen sein wird.

Nähere Informationen finden Sie hier.


 
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„Wege durch die Mauer“

Burkhart Veigel zu Gast in Rostock


Dr. Burkhart Veigel liest in der Thalia

„Es war einfach notwendig, etwas zu tun.“ Fast lapidar mutet Dr. Burkhart Veigels Begründung an, warum er zehn Jahre lang Flüchtlingen aus der DDR in die Bundesrepublik half.

Bereits zum zweiten Mal besuchte Veigel die Hansestadt Rostock auf Einladung der Uwe Johnson-Gesellschaft. Erneut war Fluchthilfe sein Thema. Veigel, der auch an der Flucht von Uwe Johnsons späterer Ehefrau, Elisabeth Schmidt, beteiligt war, gab vor zwei Jahren die von Johnson geführten Interviews mit Fluchthelfern heraus. Für sein aktuelles Buch, Wege durch die Mauer. Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West, hat er insgesamt fünfzehn Jahre recherchiert. Am Abend des 19. Aprils stellte er es in der Universitätsbuchhandlung Thalia vor. Veigel erzählte, wie er zum Fluchthelfer wurde, mit welchen Methoden er vorging und welche Gefahren seine Arbeit barg.

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Manfred Bierwisch zu Besuch in Rostock

Kurz vor Weihnachten, am 19.12.2011, besuchte uns Prof. Dr. Manfred Bierwisch. Wir haben das reichlich ausgenutzt. Gemeinsam mit der Uwe Johnson-Gesellschaft hatte auch das Institut für Germanistik eingeladen: die einen den Studienfreund Uwe Johnsons, die anderen den vielseitigen Sprachwissenschaftler.
Im Rahmen der Vorlesung „Sind Geistes- wissenschaften Wissenschaften“ von Prof. Helbig sprach Prof. Bierwisch zu einem seiner Leib- und Magenthemen, nämlich „Linguistik – Poetik – Ästhetik“. Wenn man es nicht schon vorher gewusst hätte, wäre spätestens an diesem Vortrag deutlich geworden, dass hier jemand sprach, der den geliebten Gegenstand, die Literatur, auch wissenschaftlich zu betrachten vermag.

Am Abend sprach dann der Freund über den Freund und seine Bücher.  Die Uwe Johnson-Gesellschaft hatte in die Musikwerkstatt Wirth eingeladen, in der sich der Gast und seine Hörer gleich heimisch fühlten. Antje Pautzke, die zum Briefwechsel des Leipziger Freundeskreises um Uwe Johnson promoviert, und Holger Helbig sprachen im ersten Teil des Abends mit Manfred Bierwisch über das studentische Leben im Leipzig der 50er Jahre.
Dabei stand die Freundschaft mit Johnson im Mittelpunkt. Aus einer geselligen Runde entstand nach dem gemeinsamen Studium ein reger brieflicher Austausch. Die Freunde wurden durch die deutsch-deutsche Grenze getrennt, der Kontakt riss nicht ab. Anekdotisch beschrieb Bierwisch dem Publikum, wie sich die Freundschaft anbahnte und illustrierte deren Geschichte durch eindrückliche Szenen. So lebten Johnson und Bierwisch für einige Zeit in Bierwischs Elternhaus in Leipzig unter einem Dach zusammen. Manfred Bierwisch habe erst Jahre später davon erfahren, dass Johnson damals seiner, Bierwischs, Mutter Passagen aus den Mutmassungen vorlas.
Der zweite Teil des Abends gehörte dem aufmerksamen Publikum. Manfred Bierwisch fand Gefallen an der wohlinformierten Neugier vor allem der jungen Leute. Er griff jede Frage auf, manche auch sichtbar nachdenklich. Auch die Reibungspunkte in der Freundschaft zu Johnson unterschlug er nicht.
Zu guter Letzt, außerhalb des offiziellen Programms, hatte auch Manfred Bierwisch Fragen. Wie es denn nun weitergehen solle mit der Johnson-Gesellschaft. Man saß bis kurz vor Mitternacht beisammen, um all die Pläne und Ideen aufzuzählen.