Uwe Johnson-Jahrbuch 2019

 

Johnson-Jahrbuch 2019

 

 

Auf das feierliche Erscheinen von Das dritte Buch über Achim in der Rostocker Ausgabe folgt nun in nur kurzem Abstand das neue Johnson-Jahrbuch.

Der 26. Band gibt einen Einblick in Johnsons Arbeit als Kritiker und Landvermesser und verortet den Autor im literarischen Geschehen seiner Zeit. Mehrere Beiträge betrachten einzelne Episoden sowie Motive aus seinen Romanen. Ein weiteres Augenmerk gilt der Neuübersetzung der Jahrestage ins Englische von Damion Searle.

Viel Spaß beim Stöbern!

 

 

 

 



 

 

Der zweite Band
der Uwe Johnson-Werkausgabe
ist erschienen!

 

"Das dritte Buch über Achim" in der Rostocker AusgabeDer neue Band der Uwe Johnson-Werkausgabe Das dritte Buch über Achim ist am Montag, den 11. November 2019, als Band 3 der Abteilung Werke der Rostocker Ausgabe erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Die Edition wird als Vorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) realisiert und beruht auf den Materialien des Uwe Johnson-Archivs, das als Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung an der Universität Rostock der Forschung zur Verfügung steht.

Wir freuen uns sehr und gratulieren dem Team der Uwe Johnson-Werkausgabe.
So kann es weitergehen!

 

  



 

 

Johnson im Regal

 

Buchstütze mit einer Johnson-Karikatur von Bernhard Siller

Wer noch nicht genug von Uwe Johnson im Bücherregal stehen hat, für den ist vielleicht diese Buchstütze des Karikaturisten Bernhard Siller etwas. Einer anonymen Spende an die Gesellschaft ist ihre Anfertigung zu verdanken.

Die Figuren sind auf der dazugehörigen Edelstahlplatte fortlaufend nummeriert und signiert. Für einen Preis von 22,61 € (incl. MwSt. u. Verpackung) können sie über die Gesellschaft erworben werden: Richten Sie Ihren Bestellwunsch einfach an uns, wir sammeln die Bestellungen und melden sie beim Künstler an. Auf die Johnson-Buchstütze und andere Arbeiten von Bernhard Siller kann man auf seiner Website einen Blick werfen.

 



 

 

60 Jahre Mutmassungen über Jakob

 

1959 erschien Johnsons Debütroman. Verleger Siegfried Unseld gratulierte »zu diesem Erstling recht herzlich«, wie es in einem Brief an den Autor vom 1. Oktober desselben Jahres heißt. Der Suhrkamp Verlag erinnert an das Jubiläum dieses Beginns -- und an einige Begleitumstände der Veröffentlichung eines Werkes, das 58 Jahre später auch den Beginn der Rostocker Ausgabe markierte.

 



 

 

Uwe Johnson-Abiturpreis 2019

 

Uwe Johnson-Abiturpreis 2019 Paula Rädke

 

Der Uwe Johnson-Abiturpreis wird seit 2011 jährlich von der Uwe Johnson-Gesellschaft für den besten Abitur-Aufsatz am John-Brinckman-Gymnasium in Güstrow vergeben – der Schule, an der Johnson 1952 seine Reifeprüfung ablegte.

Dieses Jahr ging der Preis an Paula Rädke. Sie hat die Höchstpunktzahl für einen Aufsatz über Satire erreicht. Außerdem hat sie sich mit ihrem grandiosen Sprachsinn im Juni dieses Jahres bei der Landesmeisterschaft im Poetry-Slam in ihrer Altersklasse durchgesetzt. Für beide Leistungen wird sie mit dem Johnson-Abiturpreis geehrt.

Der Preis besteht aus einer dreijährigen Mitgliedschaft in der Uwe Johnson-Gesellschaft und einem Büchergeschenk. Es wurde der Preisträgerin Juni 2019 übergeben.

Weitere Informationen und eine Übersicht über die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie hier.

 

 



 

 

Hinweis: Die Jahrestage zusammen lesen

 

Liebe Johnson-Fans,

wenn Sie die neue Übersetzung der Jahrestage von Damion Searls in den Händen halten und gerne die Eindrücke mit anderen teilen möchten, können Sie dies im bekannten englischsprachigen Literaturblog The Mookse and the Gripes zusammen mit Trevor Berrett und anderen Johnson-Lesern tun. In diesem Blog werden wöchentlich vom 21. August 2019 bis zum 20. August 2020 Meinungen ausgetauscht. Für die ersten beiden Wochen sind bereits 100+ Kommentare eingegangen.

Literaturblog The Mookse and the Gripes -- Übersicht zum Anniversaries Readalong

Wir wünschen einen anregenden Austausch.

 



 

 

Damion Searls erhält den Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis 2019

 

Der diesjährige Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis geht an Damion Searls für seine Übersetzung von Uwe Johnsons Jahrestage (Anniversaries: From a Year in the Life of Gesine Cresspahl), die 2018 bei New York Review Books erschienen ist. Damit wird die erste vollständige englischsprachige Übersetzung der Jahrestage ausgezeichnet. Die Preisverleihung durch Yasemin Pamuk, Kulturreferentin des Generalkonsulats New York, findet am 23. Mai 2019 in New York statt.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Seine facettenreiche Übersetzung fängt den schwindelerregenden Wirbel der Ereignisse ein, vom Alltäglichen bis zum Weltbewegenden, mit akribischer, akustisch faszinierender Prosa und sorgt auf fast 1.700 Seiten für fesselnde Lektüre."

Damion Searls ist der Autor eines Buches über Hermann Rorschach und den Rorschachtest und übersetzte etliche Schriftsteller der klassischen Moderne wie Marcel Proust, Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche, Robert Walser und Alfred Döblin. Auch Texte der Literatur nach 1945 und der Gegenwartsliteratur von Ingeborg Bachmann, Jon Fosse, Elfriede Jelinek, oder Patrick Modiano zählen zu den von Searls übersetzten Werken.

Der Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis wird seit 1996 für eine herausragende Literaturübersetzung vom Deutschen ins Englische verliehen, die im vorangegangenen Jahr in den USA veröffentlicht wurde. Er ist mit 10.000 $ dotiert und wird seit 2015 vom Goethe Institut New York verliehen.

 



 

 

Riverside Drive Revisited: Uwe Johnson's New York

 

Uwe Johnson, Anniversaries. A new translation by Damion Searls, 2018.Anlässlich des Erscheinens der ersten vollständigen englischen Übersetzung der Jahrestage von Damion Searls (Anniversaries, New York Review Books, 2018) fand im Goethe-Institut New York die Veranstaltungsreihe Riverside Drive Revisited: Uwe Johnson's New York statt.

Die Reihe wurde am 1. November mit der Buchpremiere der neuen Übersetzung eröffnet. Damion Searls las aus seiner Übersetzung und sprach mit den Kritikerinnen und Schriftstellerinnen Renata Adler und Liesl Schillinger über die Aktualität des Romans.

Die Installation Riverside Drive Revisited: Uwe Johnson's New York gab einen Einblick in den Entstehungsprozess der Jahrestage und das New York Uwe Johnsons. Kuratiert wurde die Installation von Dr. Christoph Willmitzer.

Eine Filmreihe zu Johnsons New York wurde am 2. und 3. November mit Margarethe von Trottas Filmadaption der Jahrestage (2000) eröffnet. Mit Summer in the City (1969) konnte ein Porträt der Bewohner der Upper West Side gezeigt werden, dessen Textbuch von Uwe Johnson stammt. Weitere Filme der Reihe waren: Symbiopsychotaxiplasm Take One (1968), ein experimenteller Spiel- und Dokumentarfilm über eine Filmcrew in New Yorks Central Park, und Spur der Steine (1965/66), einer der bekanntesten DEFA-Filme der 1960er Jahre.

 

Aktualisierung vom 18. Dezember 2018:

In der Reihe Books of The Times der New York Times ist die Rezension von Parul Sehgal erschienen: A Masterpiece That Requires Your Full Attention — and a Lot of Time.

Aktualisierung vom 7. Mai 2019:

Damion Searls erhält am 23. Mai den Helen-und-Kurt-Wolff-Übersetzerpreis 2019 des Goethe Instituts in New York. Mehr lesen

Aktualisierung vom 3. September 2019:

Der englischsprachige Literaturblog The Mookse and the Gripes lädt vom 21. August 2019 bis zum 20. August 2020 zum kollektiven "Readalong" der Anniversaries ein. Mehr lesen

 



 

 


Tagung Twenty-five Years with J 2018 Rostock


 

Tagungsbericht: Darüber lässt sich reden und schreiben.

Zur 5. Internationalen Uwe Johnson-Tagung Twenty-five Years with J.

 


Tagung Twenty-five Years with J 2018 RostockDie beruhigende Nachricht lautet: Es ist noch nicht alles gesagt. Vom eindrucksvollen close reading an Mutmassungen über Jakob über einen aufschlussreichen Vergleich mit Wolfgang Hildesheimer bis hin zum Vorschlag einer neuen Perspektive auf die Jahrestage – die Neuigkeiten rissen nicht ab. 14 Referenten und Referentinnen aus vier Nationen zeigten auf der 5. Internationalen Uwe Johnson-Tagung, dass sich auch nach 25 Jahren Johnson-Jahrbuch anregende Einsichten gewinnen und künftige Forschungsgebiete bestimmen lassen.

Prof. Dr. Birte Förster berichtete von ihren Erfahrungen, ein wöchentliches Lektüreblog zu Jahrestage bei der FAZ zu schreiben. Sie regte dazu an, Johnsons Umgang mit Geschichte stärker im Kontext der geschichtswissenschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit zu betrachten, um zu einem genaueren Verständnis seines historiografischen Schreibens zu kommen. Prof. Dr. Bernd Auerochs unternahm einen Vorstoß in dieselbe Richtung, als er fragte, auf welchen Prinzipien der Dokumentarismus beruhe, dem auch Johnsons zugerechnet werde. Dem stellte Dr. Serena Grazzini einen Vergleich der Wahrheitsbegriffe bei Johnson und Wolfgang Hildesheimer zur Seite. Beider Schreiben gehe von einer Idee der Wahrheit aus, bei der die Beurteilung der historischen Wirklichkeit vom jeweils subjektiven Bewusstsein vermittelt werde. Grazzinis Betrachtung der erzählerischen Konsequenzen dieses Konzepts wurde begeistert aufgegriffen, mehreren Stimmen plädierten für Hildesheimers Aufnahme in den Kanon.

Tagung Twenty-five Years with J 2018 RostockWelchen Weg ein solcher Kanonisierungsprozess nehmen kann, beleuchteten Prof. Dr. Roland Berbig und Dr. Erdmut Wizisla mit einem Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre Johnson-Forschung. Sie würdigten die in Frankfurt/Main geleistete Arbeit des Uwe Johnson-Archivs unter Leitung von Eberhard Fahlke und die programmatisch sorgfältige Redaktion des Johnson-Jahrbuches. Die Gretchenfrage für jede institutionalisierte Kulturarbeit blieb nicht aus: Haben die Bemühungen gefruchtet und ist Johnson nach all den Jahren ein veritabler Bestandteil des kulturellen Gedächtnisses geworden?

Nachdem der Rektor der Universität Rostock, Prof. Dr. Wolfgang Schareck, in seinem Grußwort schon behauptet hatte, dass Johnsons Akribie Schule mache, lieferten zwölf frisch gebackene Abiturienten (im Bild sind zehn von ihnen zu sehen) am Samstagnachmittag den Beweis. Sie nahmen den erstmals vergebenen Uwe Johnson-Schulpreis entgegen und stellten ihr Projekt vor: Ein Reiseführer zu Johnsons Orten in Mecklenburg und ein Podcast zu seinem Leben. Im Anschluss zeigten Mitarbeiter der Uwe Johnson-Werkausgabe dem bereits begeisterten Publikum, welche Fortschritte die digitale Edition der Mutmassungen über Jakob macht. Schließlich plädierte der einstige Jahrbuch-Herausgeber Prof. Dr. Michael Hofmann für eine postkoloniale Lesart von Jahrestage und löste damit eine Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen germanistischer Arbeit aus.

So viel Anfang war selten, und man hätte es wissen können: Am ersten Abend gab Dr. Uwe Neumann mit Schwung und Witz eine Auslese seiner vielstimmigen Chronik über Günter Grass zum Besten. Die meist negativ gebrauchte Formel ›Alles gesagt‹ sei schon früh Bestandteil des Redens über Grass gewesen. – Im Hinblick auf Johnson lässt sich das nicht behaupten.

 



 

 

Manfred Bierwisch schenkt

Uwe Johnsons Briefe nach Rostock

 

Prof. Dr. Manfred Bierwisch, der einflussreichste deutsche Sprachwissenschaftler in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, war einer der engsten Freunde Uwe Johnsons. Die beiden lernten sich im Herbst 1954 als Studenten kennen, nachdem Johnson von Rostock an die Universität Leipzig gewechselt hatte. Zeitlebens haben sie einander nicht aus den Augen verloren. Ihr Briefwechsel beginnt im Juni 1955 und reichte bis kurz vor den Tod Johnsons im Februar 1984. Mit den Briefen von Klaus Baumgärtner, Eberhardt Klemm und Joachim Menzhausen – dem sogenannten ›Leipziger Freundeskreis‹ – bildet er die umfangreichste und bedeutendste Korrespondenz Johnsons. Sie besteht aus etwa 1.300 Briefen, in ihrer Gesamtheit ein Stück deutsch-deutscher Kulturgeschichte. Von Johnsons Briefen sind im Archiv die Durchschläge enthalten.

Während eines Arbeitsaufenthalts in der Arbeitsstelle der Berlin‑Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Rostock übergab Manfred Bierwisch nun dem Uwe Johnson-Archiv mehr als 90 Korrespondenzstücke, darunter Briefe, Postkarten und Telegramme, die Uwe Johnson ihm im Verlauf von knapp 30 Jahren geschrieben hat. Es ist die bedeutendste Schenkung seit dem Bestehen des Archivs. “Ich weiß, dass die Briefe hier gut aufgehoben sind”, sagte Prof. Bierwisch, “hier gehören sie hin”.

 

Prof. Bierwisch und Prof. Helbig bei der Durchsicht der Originale

Prof. Bierwisch und Prof. Helbig bei der Durchsicht der Originale